IBITIPOCA

21-04-16

Das Auto wackelt hin und her, ich schaue aus dem Fenster und sehe nur Staub. Gegen Ende der 4 stündigen Fahrt ging es über nicht präparierte Wege. Hoch , runter und zwischen den Hügeln hindurch bis nach Ibitipoca. Es war schon fast 3 Uhr als wir in unsere Hütte gingen. Ricardo und Victor hatten oben ihr Zimmer, Adrianna (Ricardos Schwester), Patricia (Adriannas Freundin) und ich waren unten. Die Holzhütte war etwas weiter oben auf dem Hügel, mit toller Aussicht und einem Bad mit großer Dusche. Ein Ehepaar, das mit uns da war hatte noch seine eigene Hütte weiter unten. Wir luden also unsere Sachen ab und gingen mit dem Auto rein in das kleine Dorf um Mittag beziehungsweise gleich Abend zu essen.  Nachdem wir durch die engen Straßen gefahren waren und ein Parkplatz gefunden hatten, setzten wir uns in ein Restaurant und bestellten. Es gab das typisch Brasilianische Essen. Reis, Bohnen, Fleisch, Salat, Ei und Pommes. Ich aß immer noch, als alle voll waren. Leider blieb immer noch viel zu viel von dem bestellten übrig, aber es wurden ja alle satt. Nun spazierten wir noch ein wenig durch das Dorf, schauten uns die kleinen Läden an und auch die Kirche. Die Sonne ging langsam unter und wir machten uns auf den Weg zurück zur Pausada. Dort holte ich mir die Hängematte und legte mich hin, mit dem PC auf dem Schoß und Musik in den Ohren schreibe ich also hier. Ich vermisse Patrick, aber ich habe eventuell die Möglichkeit ihn in einem Monat wieder zu sehen. Ich hoffe, und wenn nicht werde ich ja neue Menschen kennenlernen.

22-04-16

Morgens um 6 Uhr standen wir auf, manche duschten noch und ich machte mich auch schnell fertig und packte meinen Beutel. Dann gingen wir frühstücken. Es gab also nur Obstsalat für mich und davon aß ich aber dann auch genug. Dann holten wir unsere Sachen, setzen uns zu siebt ins Auto und fuhren ins Zentrum. Dort warteten wir eine kurze Zeit auf den Bus, der bis zum Eingang hin fährt, jedoch war es schon spät und so entschlossen wir es mit dem Auto zu probieren. Es war schon ziemlich viel los und das Ehepaar fuhr nochmal runter um das Auto zu parken, während wir anderen anstanden an der langen standen. Endlich, nach ein einer gefühlten Ewigkeit konnten wir dann für 20 R$ pro Person in den Park. Es begannen 7 Kilometer Wanderweg; bergauf. Wir kamen an einem Kreuz vorbei, mehreren Aussichtspunkten, wobei die ganze Wanderung eine gigantische Aussicht über die Landschaft hatte. Wir liefen und liefen also und nach etwa 4 Stunden kamen wir endlich an einem Wasserfall an. Dort machten wir auch einen kleinen Stopp, legten uns ein wenig hin, machten Fotos und aßen eine Kleinigkeit. Bei mir gab es Goiaba und Karotten. Nach nur einer halben Stunde brachen wir schon wieder auf und wollten uns den Höhepunkt dieser Wanderroute anschauen, nämlich „Janela do Ceu“. Nur, dass dort wegen den Feiertagen so  viel los war, dass wir 2 Stunden hätten anstehen müssen um 5 Minuten ein Foto schießen hätten können. Also drehten wir um und liefen in einem deutlich langsameren Tempo zurück. Ich war ziemlich erschöpft, wegen der Sonne, die mich übrigens schön Tomatenrot färbte. Nach guten weiteren 3 Stunden kamen wir dann am Eingang wieder an und fuhren mit dem Auto wieder zurück zur Pousada. Während ich duschte gingen die anderen noch an den Pool. Ich legte mich in die Hängematte und machte ein wenig die Augen zu. Ich war ziemlich erschöpft und hatte außerdem schon Kopfweh weil ich so Hunger hatte. Ich aß also noch eine Goiaba, die mich aber nicht annähernd satt machte. Nachdem die anderen auch geduscht hatten und sich fertig gemacht hatten (alle im Kleidchen und mega viel Make-up wie immer) gingen wir ins Zentrum. Dort in eine Pizzeria, wo die eine ihren Geburtstag feiern wollte. Wir saßen also da, alle bestellten Pizza und Bier und für mich gab es nur eine Kartoffel Couve Suppe. Davon aß ich dann 2, wurde aber nicht satt. Ich war Müde und hungrig. Dementsprechend war auch meine Laune und alle redeten, über Themen und Leute die ich nicht kannte, also saß ich dran, dachte an Essen und langweilte mich. Endlich, um halb 10 gingen wir dann aus dem Restaurant, das bedeutete ich konnte mir endlich unten in dem anderen Restaurant Bohnen zum Mitnehmen bestellen. Mit meinen 2 Packungen Bohnen ging es dann auf die Hütte zurück und die anderen weiter noch in eine Bar. Ich setzte mich erstmal auf mein Bett und aß. Ich merkte wie sich mein Magen langsam füllte und mein Kopf etwas leichter wurde. Danach legte ich mich in mein Bett und hier liege ich nun, schreibe, habe ein Foto von Patrick in Facebook gesehen, er ist gerade beim Tomorrowland. Da wollte ich ja ursprünglich auch mal hin, nur dass niemand mit mir ging.  Naja jetzt sehe ich hier tolle Natur, treffe zwar keine coolen Leute, aber komme wenigstens mal raus aus Bicas. Und bin verdammt müde von der Wanderung heute. War super- anstrengend.

23-04-16

Heute Morgen standen wir früher auf, beeilten uns beim Frühstück und es ging ab zum Park. Ricardo, Victor, Patricia und ich in einem Auto, parkten weiter unten und liefen ein ganzes Stück in zügigem Tempo hoch. Die Schlange zum Anstehen war ziemlich lang. Wir schafften es aber am Ende rein und auch das Ehepaar, Patrick und Roberta, kamen rechtzeitig und wir standen noch eine Weile zusammen an. Kurz vor dem Eingang trafen wir dann auf Deutsche, mit denen ich dann redete. Eine Frau mit drei Kindern, die von Berlin nach Rio gezogen sind. Sie meinte es sei ziemlich teuer in der Süd Zone zu wohnen für die nicht ziemlich reichen Menschen. Die Deutsche Schule ist jedoch dort und ihr Mann arbeitet dort. Ich verabschiedete mich und wir gingen los zu den Wasserfällen. Der Weg war nichts im Gegensatz zu gestern und es waren auch nicht allzu viele Leute da. Ich wollte meine Kamera rausholen und sah, dass das Objektiv abgebrochen war. Meine Laune sank von sehr gut auf wieso muss das passieren. Ich genoss die ersten 2 Stunden nicht wirklich den wunderschönen Ort. Ich legte mich hin mit ziemlich schlechtem Gewissen, und überlegte wo das passiert war. Ich kam nicht drauf, weil mein Beutel weder runter gefallen war noch hatte sich jemand draufgesetzt. Gegen später lenkten mich die anderen ab, wir gingen noch ein wenig die Gumpe und runter und begannen Fotos mit dem Handy zu machen. Der Ort war so schön und die Bilder wurden wunderschön. Wir badeten in dem klaren kühlen Wasser und genossen den Tag. Die Sonne war sehr stark und ich versuchte sie zu meiden, da ich ja bereits aussah wie eine Tomate. Bananen, Goiaba und Orangen hellten meine laune zudem auf und wir gingen noch weiter hoch an einen Teil, wo es einen Strand gab und ich sprang von einem kleinen Wasserfall runter. Es hat verdammt gut getan, die Abkühlung und es entstanden viele schöne Bilder. Dann machten wir uns auch schon auf den Weg zum Auto, der anstrengender als gedacht war. Es ging zwar die meiste Zeit bergab, aber genau das war das schwere. Die meisten von uns taten die Beine und Füße weh, ich spürte jedoch nichts- mein Glück. Mit dem Auto ging es ins Zentrum, wo wir erstmal Mittag aßen. Ich bestellte Tutu (Bohnen mit Mandiocamehl), Ei und Couve. Es war verdammt lecker und ich wurde satt. In der Pousada angekommen legten wir uns alle erstmal 2 Stunden schlafen und zu meiner Überraschung wachte ich nach 2 Stunden wirklich aus einem tiefen Schlaf auf. Die Sonne und das Laufen machen einen schon ziemlich fertig. Wir zogen wieder den Bikini an und packten den Wein und meine Bohnen ein. Es ging ab in den Wellness Bereich, der von 6 bis um 7 für uns reserviert war. Es gab Liegen, einen Ofen, ein warmes Bad und eine Dampfsauna. Wir setzten uns in das heiße Wasser, entspannten und ich ging als einzige auch in die Dampfsaune, da es allen zu heiß darin war. Es erinnerte mich an Skiurlaub, nur dass kein Schnee lag. Ich vermisse die Kälte, besonders das Hotel von letzten Jahr, als ich mit meiner Familie im Skiurlaub war, den Wellness Bereich. Draußen war es mittlerweile dunkel und frisch, umso angenehmer war es mit dem Ofen. Ich legte mich auf die Liege und aß meine Bohnen. Hört sich verrückt an, aber ich bin nun mal verrückt nach Bohnen und genieße, dass es sie hier überall gibt. Bin mal gespannt ob ich es hinbekomme in Deutschland auch so viele Bohnen zu essen, aber sicherlich werde ich damit nicht so schnell aufhören. Wir relaxten also eine Stunde und nach der Hälfte kamen Roberta und Patrick auch vorbei und tranken ein wenig Wein mit. Dann ging es wieder hoch und ich duschte. Es war angenehm heiß und danach zog ich auch schon meinen Schlafanzug an, während die anderen in die Bar wollten. Sie gingen dann auch und ich setze hier, müde und werde noch ein wenig den klaren Sternenhimmel genießen. Das war also der letzte Abend, gelungen würde ich sagen. 

24-04-16

Heute morgen ging es los, nachdem wir alle gefrühstückt hatten. Die wackelige Straße zurück und irgendwie kam mir die Strecke nun viel kürzer vor. In Uba angekommen waren wieder viele Leute da, alle Möglichen Verwandten und sie machten viel Essen. Ich ging erstaml duschen und dann aßen wir. Noch eine Nacht würde ich hier bleiben und dann mit dem Bus nachhause fahren.