CAMPO BELO
CAMPO BELO
25.05.16 - 05.06.16
DIESTAG 25.05.16
Gestern Abend bin ich ja nachhause gekommen von Manaus und habe erstmal gegessen, doch obwohl ich so viel Hunger hatte, konnte ich nur wenig essen. Nach einer Dusche ging ich dann auch schon ins Bett und ich hatte ja neue Entzündungen und auch mein Durchfall war noch da. Ich konnte nicht schlafen und wachte heute Morgen mit Durchfall auf. Nicht ganz so toll und auch gab es ja nichts zum Frühstück. Ich lag also erstmal noch eine Weile da und machte nicht wirklich was. Als ich dachte, dass ich genug Kraft hatte um Aufzustehen ging ich zum Supermarkt und kaufte Bananen, Süßkartoffeln und Karotten. Wieder zuhause angekommen waren schon viele Arbeiter da und machten Lärm, aber wenigstens kam das Haus voran. Mittags kam es mir dann so vor, als ob ich ziemlich viel gegessen hätte, was aber nicht der Fall war. Nachmittags hatte ich dann das Gefühl, dass ich Energie habe, was aber auch nicht der Fall war und mein Gastvater meinte ich wäre so schlapp. Ich lag dann also im Bett, machte nichts und wollte eigentlich zum Arzt. Da mein Gastvater sich Sorgen machte und ich auch schon mit Anderson und Victor schrieb, kamen wir zu dem Entschluss, dass ich nach Campo Belo zu Anderson gehen würde, der mit mir dann zum Arzt gehen würde. Meine Gastfamilie hatte ja keine Zeit, denn Patricia war immernoch in Goiania und mein Gastvater konntenicht aus dem Haus, weil Arbeiter da waren. Der nächste Bus kam dann also Abends um 6, mit Henning, dem deutschen Austauschschüöer, der bei Anderson wohnt. Er war verreist und ging nun wieder nachhause. Wir redeten also die knappen 5 Stunden und als wir ankamen gab es Essen und wir gingen dann auchschon schlafen.
MITTWOCH 26.05.16
Nachdem ich super gut in dem bequemen Bett geschlafen hatte, und seit langem mal an einem Stück, war ich bereit für den Tag. Ich lag aber bis um 4 Nachmittags nur dran, aß und machte nichts, denn es gab nichts zu tun. Endlich ging es zum Arzt. Dieser war kompetent und kannte sich aus. Er verschrieb mir ein Antibiotikum und drückte die Entzündungen aus. Ich bekam noch eine spezielle Seife verschrieben, die ich draufmachen sollte und eine Salbe. Zuhause angekommen gab es dann Abendessen und
27.05.16 FREITAG
Heute Morgen um 8 gingen ich und Ivany zum Blutabnehmen in die Stadt. Skarlets Opa fuhr uns und er war so süß. Wir kamen also dort an, mir wurde die Nadel in den rechten Arm gesteckt und ziemlich langsam verging die Zeit, bis sie endlich genug Blut hatten. Nun setzten wir uns wieder ins Auto und fuhren bei der Bäckerei vorbei. Während Ivany Brot holte unterhielt ich mich mit dem Opa über die Musik, die er angemacht hatte. Dann erzählte von der Austauschschülerin, die bei ihm eine Zeit gewohnt hatte und als Ivany kam, waren wir schon fast am Haus. Wir verabschiedeten uns und der Opa hielt mir eine CD hin und meinte es wäre ein Geschenk. Ich war so überrascht und konnte es gar nicht glauben. Ich bedankte mich gleich mehrere Male und verabschiedete mich dann. Den Vormittag und auch den Hauptteil vom Nachmittag verbrachten wir mit im Bett liegen und zwischendrin gab es ein tolles Mittagessen. Gegen 5 Uhr dann, machten wir uns fertig um auf ein Fest zu gehen. Dieses war in der Nähe und es schienen coole Leute da zu sein. 28.05.16 SAMSTAG
Heute Morgen, nachdem ich früh aufgewacht war und schon geduscht hatte, ging es los auf den Markt. Wir kauften jeden Menge Gemüse und Obst für die kommende Woche. Skarlet und ich trugen die Tüten ins Auto und ihre Mutter setzte sich schon mal und wir fuhren nachhause. Ich half nun Skarlet das Zimmer aufzuräumen, meine wenigen Klamotten, die ich hier hatte in ihrem Schrank mit unterzubringen. Den Vormittag bereitete ich meine Präsentation für die kommende Woche vor, denn ich werde hier bleiben und in die Schule gehen müssen. Nach dem leckeren Mittagessen ruhte ich mich aus, holte Skarlet ab und dann schauten wir Fußball, Madrid gegen Madrid. Madrid hat dann gewonnen, wer hätts gedacht? Okay ohne Spaß, Real Madrid hat gewonnen und ja jetzt lieg ichwieder im Bett und hab keine Ahnung was ich machen soll.
30.05.16 SONNTAG
Mein Tag war heute erstmal nicht so spannend am Vormittag, denn ich hing nur rum und malte. Nun aß ich Mittag und danach wartete ich, dass mich Marcus abholte. Er kam mit dem Auto vorbei und wir fuhren zu verlassenen Straßen, wo ich fahren durfte. Wir fuhren die Straßen entlang, redeten und hörten alte Musik. Wir sangen laut mit und er fuhr dann wieder und zeigte mir die Stadt. Es war Zeit für ihn zu essen und ich ging mit zu ihm. Er kochte sich sein essen und wir schauten ein wenig „How i Met Your Mother“. Nachdem wir noch über alles Mögliche gereedt haben ging ich nachhause und aß dann ein wenig; da ich wieder Internet hatte, wollt ich eigentlich einen Film schauen. Zum Glück hatte ich dann was viel besseres zu tun, denn Sara und ich telefonierten. Dann gab es auch schon Abendessen und Skarlet machte uns Popcorn. Nun erzählte mir Anderson die Famliliengeschichte und zeigte mir Fotos von der Hochzeit und die Kinderbilder. Danach redeten wir über Politik und kamen am Ende schließlich bei Glauben, Existenz und Unendlichkeit an. Das Gespräch ging mehr als 2 Stunden und es war mal gut so viel und so tiefgründig in Portugiesisch zu reden. Es war aber auch ziemlich anstrengend, und als ich mich in mein Bett legte, war ich ziemlich fertig und schlief schnell.
01.06.16 DIENSTAG
Endlich, der letzte Monat hat angefangen. Ich bin heute um 9 Uhr aufgestanden und habe gefrühstückt. Um 10 hab ich dann meine Medizin genommen, während ich am Vormittag dann Physiotherapie gelernt hab. War ziemlich entspannt und so hatte ich nach dem Mittagessen Energie um mit Skarlet zu ihrer Arbeit zu begleiten. Sie arbeitet in der Sprachschule Wizard. Dort hab ich dann mit Schülern gesprochen und es hat ziemlich Spaß gemacht über den Austausch und der Welt zu reden. In der Mittagspause, so um 3 gingen wir dann kurz raus, Skarlet kaufte sich in der Padaria was und ich mir Kaki, die ich mit in die Englischschule nahm. Nach kurzer Zeit fing es an zu regnen. Der Regen, war einer der stärksten, nach dem, den ich im Amazonas erlebt hab. Nun ja also wir warteten dann noch auf die letzte Klasse für mich heute, wonach ich dann nachhause ging. Ich lief von der Schule quer durch die Stadt, über den Platz und weiter den Berg runter zum Kreisel und dann war ich auch schon fast da, als mir Anderson mit dem Auto an mir vorbei fuhr. Im Haus dann angekommen redeten wir kurz und ich ging dann wieder raus laufen mit Marcus. Es war ziemlich gut, wir liefen unten an der Straße entlang und redeten über alles Mögliche. Mit ihm kann man wirklich über tiefgründige Sachen reden. Als ich dann nachhause kam und Anderson wieder kam, hatte er mir solche coolen Kekse mitgebracht, was eher wie Brot ist, so Kracker, aus Mandiokamehl, Salz, Wasser. Also hatten wir noch ein langes Gespräch, wo ich über meinen Austausch redete, über das was gerade passiert und was los ist. Gegen Ende meinte er dann, dass er mir helfen will und versucht eine Familie zu finden, hier in Campo Belo. Ich hoffe wirklich, dass das klappt. Er holte Skarlet ab und danach redeten wir nochmal, denn er hatte die Idee, mich in die Familie von Marcus zu stecken. Er wird morgen mit seinen Eltern reden und ich bin gespannt, was dabei rauskommt. Ich versuche einfach noch das Beste aus der verbleibenden Zeit zu machen und hoffe, dass mich die Menschen dadurch unterstützen. Morgen weiß ich mehr, und morgen kommt auch schon Femke, was bedeutet, dass mehr Energie und auch das Anstrengende schon anfängt. Ich hoffe ich kann hier bleiben, auch wenn es ungewiss ist und ich mich nochmal mit total neunen Leuten anfreunden muss und nochmal von vorne beginnen muss, aber das ist mir egal, das bin ich gewöhnt und ich versuche nur meinen Interessen zu folgen. Alles was ich hier erlebe ist um einiges besser, als das was ich jemals in Bicas erleben werde, einfach, weil ich hier mehr Freiheiten habe und mehr bewirken kann. Meine einzige Angst ist, dass meine Gastfamilie sauer auf mich ist und irgendwas zu AFS ausplaudert, was für mich das Ende wäre, weil ich Andersons Vertrauen habe und das nicht brechen möchte.
04.06.16 SAMSTAG
Heute Morgen sind wir nach einer nicht allzu langen Nacht alle zum Frühstück. Es gab Wassermelone, Papaya und Honigmelone. Den Vormittag hatten wir dann Orientation und haben über alles geredet, wie unsere Erlebnisse, unsere Erwartungen von zuhause uns so weiter. Als Moritz ankam waren wir 12 komplett: Spy, Ken, Francesco, Federica, Chiara, Cecilia, Ulrika, Gabriele, Femke, Henning, Moritz und Ich. Es gab dann ziemlich schnell Mittagessen und ich aß ziemlich viel. Es schmeckte gut und nach einer halben Stunde Mittagsschlaf ging es dann mit der Orientation weiter, wo wir noch speziell darüber redeten wie wir uns von den Leuten verabschieden werden. Außerdem sprachen wir über unsere Veränderungen und es gab Nachmittag einen Snack. Die Jungs und Skarlety spielten Fußball und ich redete mit den Italienerinnen über Beziehungen und die Freunde hier in Brasilien. Danach gab es noch zwei Aktivitäten, einmal eine Meditation, wo wir in unseren Gedanken nachhause reisten und danach schrieben wir jeweils pro Land einen Brief an einen kommenden Austauschschüler. Nun war es draußen schon dunkel und die 5 Brasilianer, die ich schon bei der letzten Party kennengelernt habe, kamen an. Ich duschte und wir gingen hoch zu Essen. Es gab genug vom Buffet und ich holte mir jede Menge Bohnen. Sehr lecker. Danach machten wir ein Gruppenbild im Restaurant und gingen dann in unsere Mädchenhütte. Die Party kam ins laufen als Anderson und seine Frau gingen. Marcus war da und ich weiß auch nicht, ich habe nicht so viel mit ihm gesprochen. Die Brasilianer tanzten viel und alle tranken. Gabriele hatte ein bisschen zu viel, was bedeutet, dass er gerade am Spucken ist, während Femke, Skarlety und ich hier gerade in unserem Bett liegen und ich hier am PC schreibe. Ich weiß auch nicht was ich so über das Gefühl schreiben soll, denn es ist eine wirklich gedrückte Stimmung. Die Leute schrieben sich gegenseitig auf die Flaggen, zur Erinnerung, zudem läuft noch traurige Musik und alle sind sowieso schon müde von der Orientation und dem Fest. Ich fühle mich hier seit gestern ziemlich wohl, was ich denke, kommt daher, dass wir nicht so viele Leute sind und uns alle so gut verstehen. Wir sprechen alle Portugiesisch und das macht es auch leichter als bei der ersten Orientation, denn dort haben die Italienischen Austauschschüler eher zusammen waren. Diesmal war es besser und ich bin unerwarteter Weise traurig. Ich will nicht gehen, ich fühle mich wohl hier in Campo Belo, einfach mehr zuhause, besser aufgehoben.
05.06.16 SONNTAG
Skarlety kam so um circa 6 Uhr morgens bei mir und Femke ins Zimmer und holte uns um mit ihr gemeinsam im Wohnzimmer weiter zu schlafen. Das taten wir dann auch und 2 Stunden später konnte ich aber nicht mehr. Moritz und Gabriele waren vor unserer Tür und nachdem ich umgezogen war ging es auch schon los zum Frühstück. Nach und nach kamen noch Federica, Spy und noch eine Brasilianerin. Wir aßen also und ich ging mit Gabriele schwimmen. Danach ging es relativ schnell, wir packten unsere Sachen, ich lies noch die letzten auf meine Flagge schreiben und dann war es auch schon Zeit sich zu verabschieden. Ich war ziemlich traurig, da ich mich dieses Mal richtig wohl gefühlt habe bei der Orientation. Ich werde die Leute wirklich vermissen und hoffe, dass ich die meisten nochmal wieder sehe. Das Auto fuhr also weg, nachdem wir uns mehrere Male Umarmt hatten. Femke und Gabriele rannten och dem Auto hinterher und hielten meine Hand. Ich war wirklich am Rand zum Weinen. Auch als wir dann am Busbahnhof ankamen und ich mich von Skarlety und Wallace verabschieden musste. Aber ich werde sie ja wieder sehen, von dem her bin ich ziemlich froh und hab nun auch Motivation. Ich werde die letzten 4 Wochen regelmäßig ins Fitnesstudio gehen und mich auf meine Heimreise vorbereiten. Was ich geplant habe sind auf jeden Fall an den Wochenenden reisen und mal schauen hoffentlich unter der Woche noch verplanen. Okay, also es ist am Wochenende BH geplant und heute Abend gehen wir auf ein Fest in Igarapé. Ich hoff die nächsten Wochen werden auch noch so und ich habe etwas zu tun.