AMAZONAS
AMAZONAS
14.05.16 - 23.05.16
14.05.16 Samstag
Heute Morgen um 04:30 Uhr stand ich auf, richtete den Rest von meinem Zeug und weckte meinen Gastvater, der mich dann nach Betim. Dort ging es um 05:30 Uhr los mit dem Bus zum Flughafen. Eine Stunde später kamen wir an und ich traf eine Betreuerin von Belo Brasil, die mir beim Check in half, obwohl ich das ja schon alleine mehrere Male gemacht hatte. Der Flug war eine Stunde früher und ich hätte ihn fast verpasst. Mein Name wurde aufgerufen. Etwas später kam ich dann in Brasilia an. Dort ging ich erstmal aufs Klo. Ich kam wieder heraus und der Typ an dem Strand rief mich her. Er meinte ich würde einen der Rucksäcke gewinnen, wenn ich eine Visa Karte hätte. Schneller als ich denken konnte hatte er 100 € abgebucht, ich hatte ein Abo von zwei Zeitschriften und einen großen Rucksack mit einem Kissen mehr. Ich ärgerte mich ziemlich, dass ich mich so voll schwätzen lassen hab, da traf ich auch schon auf die ersten Austauschschüler am Gate. Es würde von hier aus direkt nach Manaus weiter gehen. Wir mussten noch ein wenig warten, und es kamen immer mehr Austauschschüler von AFS. Letztendlich war dann das Boarding und ich saß neben Konstantin, aus Deutschland. Der Flug allgemein war schon ziemlich mit Deutschen voll, wobei aus Italien und Thailand auch ziemlich viele dabei waren. Nach mehr als 2 Stunden geredet mit Konstantin, kamen wir dann in Manaus an. Wir holten unsere Koffer und trafen auch schon auf Betreuer von der Reise. Nun hatten wir eine halbe Stunde, um uns etwas zu Essen zu kaufen. Ab in den Reisebus und auf zum Hotel. Ein 4 Sterne Hotel, in der Nähe vom Flughafen. Wir bekamen T-Shirts, mussten einen Zettel ausfüllen und weil ich ja noch nicht genug hatte gab es auch noch einen Rucksack. Die Zimmer waren eingeteilt und als ich ankam am Zimmer 2512 war schon eine Belgierin da. Auf den Gängen tummelten sich die Leute und mit ein paar anderen, wie auch Luisa aus Hamburg, ging ich in den Zoo im Hotel. Es gab Affen, Papageien und auch zwei Jaguare. Danach ging es zum Pool, wo die meisten sich eine Abkühlung gönnten. Es fing an zu regnen. Mein erster tropischer Regen. Nun versammelten wie uns im Flur, da es draußen ja regnete und spielten ein kennenlern-Spiel. Jeder musste sein Herkunftsland sagen, in welcher Stadt er hier in Brasilien lebt und was er an Brasilien besonders mag, aber nicht zu vergessen natürlich den Namen. Das dauerte bei über 70 Leuten eine ganze Weile und es dauerte immer noch eine Stunde, bis wir Abendessen gehen würden. In meinem Zimmer war mittlerweile noch eine Italienerin und eine Thailänderin, mit der ich dann auch sofort ins Fitnessstudio ging. Das Hotel hatte auch wirklich alles. Da ich aber ja noch die Nachwirkungen von meiner Penicilin Spritze spürte, machte ich nicht viel und ging dann auch schon etwas später wieder zum Zimmer. Nun war es Zeit zum Essen und es gab für alle Pizza. Zum Glück konnte ich mir das bestellen, was ich essen wollte und so gab es Bohnen und eine Gemüsesuppe. Die Thailänderin bestellte sich auch einen Salat und das Gemüse, denn sie meinte Abends würde sie nicht mehr so viel essen, denn sie isst auch ziemlich bewusst und gesund teilweise. So hatte ich schon etwas mit ihr gemeinsam und allgemein verstand ich mich auch gut mit ihr. Sie ist aus Bangkok und wohnt dort in der Stadt und geht dort auch zur Schule. Nach dem Abendessen ging ich direkt schlafen, da ich von der Reise ziemlich feritg war.
15.05.16 Sonntag
Nachdem ich es hinbekommen hatte mit dem lauten Ventilator im Zimmer einzuschlafen, wachte ich früh auf. Auch die Thailänderin und wir gingen frühstücken. Es war erst 6:30 Uhr und das Restaurant war so gut wie leer. Dadurch konnten wir so viel Essen und mussten nirgends anstehen. Es gab alle möglichen Früchte zudem noch Acai, Tapioka, Reis, Wurst, Käse, viele Arten von Brot, Aufstrichen und Kuchen. Wir aßen also circa 45 Minuten und wurden auch dementsprechend satt. Das Acai war eine komplett andere Sache, als das, was wir in Minas oder wo anders in Brasilien essen. Nicht mal annähernd so süß und auch einen viel stärkeren Geschmack. Nach dem zweiten Löffel mochte ich es. Wir gingen durch die Labyrinthgänge des Hotels zurück in unser Zimmer, wo die anderen zwei gerade erst aufgetanden waren. Nachdem wir uns ein wenig hingelegt hatten mussten wir auch schon unser Zeug in den Bus bringen. Da der Plan war zuerst die Koffer in den Bus und dann frühstücken, bedeutete, dass wir zwei nochmal frühstückten. Diesmal aß ich wieder Tapioka mit Bananen und das war ziemlich lecker. Endlich ging es los zu der Stadttour. Gestern hatten wir ja die Gruppe auf zwei Busse aufgeteilt, ich war im ersten. Es ging los aus dem Hotel und ab über die Brücke, am Strand entlang und durch die Stadt. Die erste Haltestelle war der Markt. Dort gab es dieses typische Touristen Zeug was man auch zuhause machen kann, wie Armbänder, Ketten und viel Indianer Sachen. Die Perlen von dem Schmuck allerdings waren die Kerne von der Acaibeere. Dadurch wurde das ganze Besonders. Ich lief mit 3 Thailänderinnen herum, eine meiner Zimmergenossinnen, Sun aus Bangkok. Dann noch Neen, die auch in der Nähe von Bangkok wohnt und Spy, die Austauschschülerin die in Belo Horizonte wohnt. Irgendwann wollten Sun und ich die Früchte suchen und so gingen wir zu dem Markt etwas weiter die Straße runter, wo der Reiseführer gemeint hatte, dass es nicht sicher wäre dort. Diese Erfahrung brachte uns aber weiter, wir liefen durch die schmalen Gänge, von Früchten und Gemüse umgeben, kamen dann auf dem Rückweg an der Fleisch und Fischabteilung vorbei. Es war aber ein offener Schlachthof. Es war das Gegenteil von schön zum Anschauen. Nachdem wieder alle zum Bus zurück gefunden hatten ging es weiter zum Theater. Es war groß und auch beeindruckend schön gemacht. Wir hatten alle unsere T-Shirts von Belo Brasil an und machten ein Gruppenbild. Das war es dann auch schon und wir setzten unseren Stadtführer ab. Für uns ging es in das größte Shoppingcenter zum Mittagessen und danach ab in das nächste Hotel. Dort angekommen nach längerer Fahrt bekamen wir unsere Zimmerschlüssel für die schon eingeteilten Zimmer und die meisten gingen an den Pool. Es war Zeit sich umzuziehen für unsere Nachtwanderung. Lange Hose, Hohe Socken, Sportschuhe, Taschenlampe und wer noch wollte Wasser. Mit dem Bus waren wir innerhalb von 5 Minuten da und stiegen aus. Wieder in 2 Gruppen geteilt ging es los. Es wurde uns ein wichtiger Baum vorgestellt und nach einer Wanderung durch den Wald kamen wir an einen Wasserfall mit einer Höhle dahinter. Der Felsen war hoch und wir gingen in die Höhle rein. Die Fledermäuse erschreckten sich vor unseren Lichtern und man hörte die Gruppe durch den Fluss in der Höhle laufen. Unsere Schuhe waren schon komplett Nass. Mitten drin in der Höhle blieben wir stehen und sollten unsere Taschenlampen alle ausmachen und leise sein. Es war ein ziemlich intensiver Moment, mitten im Dunkeln die Geräusche der Höhle zu hören. Bei mehr als 30 Leuten hielt diese Stille leider nicht lange und wie gingen wieder aus der Höhle und weiter am Felsen entlang. Immer noch im Wasser watend. Um die Ecke war noch ein Wasserfall und wir gingen alle Baden und Fotos machen. Mittlerweile wurde es immer dunkler. Auf dem Rückweg, der ein anderer war, machten wir in der Hälfte unsere Lichter aus und nahmen uns an der Hand. Als große Schlange, nass von der Dusche unter dem Amazonaswasser, fanden wir mit Hilfe des Mondlichts wieder zum Bus. Bei unserem Hotel angekommen gingen wir duschen, ohne Strom da der ausgefallen war und dann gab es Abendessen. Das Buffet war lecker und natürlich gab es Früchte sowie Gemüse für mich. Alle waren schon müde, doch es folgte noch eine Show von Tänzern aus der Region. Die Gruppe präsentierte uns verschiedene Lieder zu denen sie typische Tanzbewegungen machten. Zur Überraschung wurden ein paar von uns verkleidet und tanzten die Choreografie mit. Am Ende wurden dann alle auf die Tanzfläche geholt. Das war aber immer noch nicht das Ende vom Abend, denn es gab noch ein Quizz um die Bootverteilung zu machen. Es wurden Fragen gestellt und der, der sie richtig beantwortet hatte, durfte sich in die Liste auf das Wunschboot eintragen. So war es dann auch und ich kam gerade so an, dass nur noch eins übrig war, denn das Anaconda-Boot. Dort waren die meisten Italiener. Endlich ging es für uns ins Bett.
16.05.16 Montag
Das Frühstück war bereit und voll mit Früchten. Den Bikini angezogen und ein Handtuch dabei ging es zum Wasserfall. Dahin mussten wir aber erstmal vom Hotel aus laufen. Die Sonne war stark aber die der Wasserfall umso schöner als wir ihn dann sagen. Ziemlich stark , aber unten in der Gumpe konnte man wirklich gut baden. Es gab auch einen Steg zum reinspringen und nacheinander sprangen wir. Ein kleines Paradies und wir genossen die Zeit und machten viele Bilder. Wieder im Hotel angekommen packten wir unsere Koffer und es ging mit dem Bus zurück nach Manaus. Es ging endlich auf die Boote, auf denen wir bis nächsten Sonntag bleiben würden. Es waren 3 Stück und ein Restaurant. Es ging los. Die Koffer unten und oben Sofas, Matten, Kissen und Liegen. Die Fahrt ging los, an der Küste von Manaus entlang, durch eine Brücke und bis zu dem Punkt, wo die zwei Flüsse zusammenfließen. Der eine Fluss hat einen pH-Wert von 7, der andere nur von 3. Man sieht den Unterschied so deutlich als wäre es eine Grenze. Wir würden auf dem Rio Negro, also den schwarzen Fluss entlang fahren, der den pH-Wert von 3 hat, also natürlich sauer ist. Deshalb gibt es da auch keine Mücken. Auf dem Rückweg gab es dann schon Mittagessen.
17.05.16 Dienstag
Heute Morgen, nach der ersten Nacht in einer Hängematte, fühlte ich mich relativ fit. Wir standen alle nach und nach auf. Es war angenehm frisch und bewölkt. Das Boot wurde gestartet und es ging weiter den Fluss entlang. Wir frühstückten, Melone, Papaya, Apfel, Birnen, Kuchen, Tapioka, Brot, Müsli. Es war für jeden etwas dabei. Wir fuhren einen Nebenfluss. Eine Stunde circa später kamen wir in der Nähe von dem Stamm an, den wir besuchen. In den kleinen Booten ging es durch den Urwald bis zu ein paar kleinen Hütten, in denen die Ureinwohner wohnten. Von, mit schwarzer Farbe bemalten Jungs wunder wir empfangen. Das kleine Boot hielt an und wir stiegen aus. Nachdem nach und nach alle Austauschschüler angekommen waren ging es in der „Apotheke“ los. In der Hütte wurde Medizin gemacht und der Mediziner erklärte uns ein wenig wie er arbeitete und wie der Stamm funktioniert. Danach ging es zu einer Art Platz, wo uns die Mädchen ein Lied vorsangen und die Jungs ein Ritual vorführten. Es wurde getanzt und auch wir konnten am Ende mitmachen. Nun ging es in die Schule. Die Bewohner haben eine eigene Sprache, lernen aber auch portugiesisch, denn dieser Stamm ist schon ziemlich zivilisiert. Sie haben sogar Strom und die Möglichkeit zu Telefonieren. Für uns haben sie sich aber noch so schöne Kostüme angezogen und dann führten sie uns auch zu den Ständen, wo sie Sachen wie Armbänder, Parfum und Instrumente verkauften. Nachdem wir noch ein paar Bilder gemacht hatten und mit den Leuten da geredet hatten ging es auch wieder zurück zum Boot. Dort hatten wir schon Hunger und es gab essen.
18.05.16 Mittwoch
Ich machte meine Augen auf und WOW. Die Sonne ging gerade auf und der Himmel war wunderschön. Ich ging runter und in die Dusche um mich umzuziehen. Als ich wieder rauskam, fragte mich die Betreuerin vom Boot, ob ich Gruppe gewechselt hatte, weil die eine Hälfte heute und die andere morgen erst Fischen gehen würde. Ich wäre heute dran gewesen, aber meine Gruppe hatte mich vergessen. So ruhte ich mich also auf dem Boot mit den anderen aus, schlief noch ein wenig, redete mit der Italienerin, die in Rio ihr Austauschjahr macht und dann gab es auch schon Frühstück. Nun ging es weiter um anzuschauen, wie man aus Mandioka Tapioka macht und wie man den Acaibaum hochklettert. Wir durften dann auch das Acai von ihnen probieren und Tapioka selber machen. Mit dem kleinen Boot ging es zurück zum großen, wo schon manche im See badeten. Es war so heiß und ich war froh über die Abkühlung, doch mitten im Wasser und dann auch noch in der Sonne wird man schnell Braun. In meinem Fall rot. Nach dem Mittagessen ging es dann zu einer sogenannten „Comunidade“. Alle 70 Leute in die Schule und wir bekamen eine Präsentation von den Schülern dort. Einen Tanz und zudem gab es eine offene Frage Runde, wo beide Seiten Fragen stellen konnten. Nun gab es noch Aufführungen von den Thailändern, die ein Lied vorsangen. Weiter noch ein Lied von dem Moacir, aus Berlin. Ein Lied von dem Däne und einem Thailänder sowie ein weiteres von Moacir und dem Austauschschüler aus Hongkong. Nun hatten wir Freizeit und konnten in dem Laden etwas kaufen, wieder Handgemachte Sachen und auch selber Schmuck machen. Ich kaufte mir ein Acai-Wassereis was verdammt gut und billig war für 1 R$. Es ging weiter zu dem Fußballplatz wo es für die Mädchen Zeit war zu spielen. Hinter uns in der offenen Halle wurde Funky gespielt und ein paar der Einwohner tanzten dazu. Wir wollten gerade anfangen UNO zu spielen, als ein kleiner Junge kam und sich auf meinen Schoß setze. Wir fingen dann an und er durfte mit mir spielen. Sein Name war ------ und er war 5 Jahre alt. Wir saßen also da, spielten UNO und schauten das Fußballspiel von den Mädchen an, die mittlerweile mit einem Tor gegen die Einwohnerinnen führten. Der kleine Junge wollte ein Eis haben und ich ging mit ihm zu dem Laden. Er wohnte neben an und musste natürlich gleich allen zeigen, dass er eine <Karte von UNO gewonnen hatte. Er verschwand dann im Haus und ich fing an mit der Frau aus dem Laden zu reden. Sie war aus Manaus und hatte einen Einwohner von dieser „Comunidade“ geheiratet. Sie wohnt also hier, vermisst aber die Stadt und ihre Möglichkeiten, denn hier hat man nicht Internet. Ein Telefon, Strom und Wasser sind hier verfügbar, und auch für 5 R$ im Monat ziemlich billig. Ich unterhielt mich also mit ihr und am Ende meinte sie, wenn ich wieder kommen möchte und eine Weile hier wohnen wollen würde, in der Schule helfen oder sonst etwas, sie hätte ein Bett frei. Sie gab mir ihre Nummer und ich ihr meine. Es ging zurück auf das Boot und wieder auf den See. Wir warteten eigentlich nur noch auf das Abendessen und das gab es dann auch.
19.05.16 Donnerstag
Heute Morgen wurden wir von der Betreuerin auf unserem Boot aufgeweckt. Denn die Hälfte, nachdem ich gestern vergessen wurde, Fischen ging. Es ging mit dem kleinen Boot in die Nähe vom Ufer. Die Angeln bestanden aus einem Bambusstock und einer darum gebundenen Angelschnur. Am Ende war ein Hacken an dem wir ein Stück Fleisch befestigten. Die Piranhas kamen nur ziemlich wenige. Unerwartet biss einer an und ich zog schnell hoch. Ein wenig zu arg, sodass der Fisch auf dem Boot landete. Letztendlich bekam ich es aber hin und sah den etwa 20 Zentimeter großen, bzw kleinen Fisch. Wir wechselten noch einmal den Ort, jedoch fing nur noch der Belgier ein paar. Es ging zurück zum Boot, und direkt zum Frühstück. Wie jeden Morgen aß ich Honigmelone und Papaya. Mit Zimt schmeckte das Ganze noch viel besser.
DANSK! Her foer frokost var vi ude for at se lyseroede delfiner, vi gik ned i vandet sammen med „instruktoeren „ som lokkede delfinerne hen til os med en fisk. Delfinen svoemmede op foran os, og en efter en fik vi lov at roere en delfin! Foelelsen var lidt som menneskehud, men bloedere og finere. Virkelig fed oplevelse. Ved samme sted fiskede vi ogsaa efter de stoerste fisk i verden, pircacura. De var i en lille indhejning, hvorefter man saa tog en fisk og bandt paa sin stang… Kaempe fisk, kunne blive op til 2 meter lange, og veje 120 kg, faldt naesten ned til dem. Ellers sidder vi bare lidt og slapper af paa baden og skal efter frokost til at se dovendyr og anacondaer :D r.i.p
Okai, also das war jetzt mal eine neue Sprache, muss Dänisch lernen damit ich das verstehen kann. Also nun zogen wir uns nach dem Frühstück unsere Bikinis und Badehosen an. Die Delfine warteten schon. Wir teilten uns in 3 Gruppen und meine ging zuerst den großten Fisch im Amazonas anschauen. Wir fütterten ihn mit Fisch und wir konnten ihn wegen dem schwarzen Wasser immer nur ganz kurz sehen. Danach machte ich Fotos von der Gruppe die vor uns den rosanen Delfin sehen durfte. Endlich war meine Gruppe dran. Nacheinander setzten wir uns Brillen auf und durften unter Wasser tauchen, sodass wir den Delfin sehen konnten. Er war groß, weiß und hatte weiche Haut. Nun ging es wieder mit dem Boot auf den See und zum Restaurant. Das Mittagessen war lecker und ich wurde satt. Der Nachmittag war noch tierreicher, denn wir schauten uns das Faultier und eine Anaconda an. Wir setzten uns ins kleine Boot und fuhren los, um auf gut Glück ein Faultier zu finden. Wir hatten Glück und jeder durfte mit ihm Bilder machen. „Sie“ hatte ein Baby und ich mochte dieses Faultier, obwohl es mit seinen Krallen in meine Hand kratzte. Nun ging es wieder dorthin, wo wir auch gesehen hatten, wie man Tapioka macht und auf Acaíbäume klettert. Die Schlange kroch da einfach auf dem Boden rum und war das Haustier von dem Bewohner dort. Sie war riesig und ich hatte Respekt vor ihr. Sie war langsam und kroch weiter weg, sodass die meisten aus der Gruppe mit anpacken mussten um die Schlange zurück auf den Platz zu tragen. Wir machten Fotos und uns wurde gesagt, dass diese Schlange für den zweiten Anaconda Film gefilmt wurde im Wasser. Muss mir den unbedingt anschauen. Wieder zurück auf dem Boot gab es Wassermelone und wir durften wieder relaxen, bis wir kurz vor dem Abendessen, als es schon dunkel war, raus auf den Fluss fuhren, um Krokodile zu suchen. Nach langer Suche fanden wir dann auch welche und durften auch mit ihm Fotos machen. Das Abendessen war wie jeden Tag lecker, nur gab es panierten Fisch, den ich leider nicht gegessen habe dann.
20.05.16 Freitag
Strandtag war angesagt. Nach dem Frühstück steuerten wir auf den Strand zu und die Boote hielten am Ufer. Die Rampe runter, durch das kniehohe Wasser und auf den weißen Sand. Die Sonne stach richtig und die Betreuer bauten drei Zelte auf für Schatten und auch Matten lagen bereit. Die meisten sprangen gleich mal ins Wasser, ich genoss erstmal den Strand und sprühte mich mit meinem Sonnenöl ein. Unser Boot war dran mit Bananaboot fahren und so durfte ich mit der Austauschschülerin auf das Ziehboot mit vorne drauf setzten. Wir verbrachten also ziemlich viel Zeit an diesem schönen Strand, wenn auch mit dreckigem Wasser. Aber mit dem duschten wir ja auch, also war es ziemlich egal. Als wir dann wieder zurück zum Boot konnten gab es erstmal Wassermelone und ich aß mehrere Stücke, so wie die meisten, denn wir hatten Hunger. Die Hitze verbraucht schon ziemlich viel Energie. Man muss genug trinken und Essen, damit man die Energie hat, die Sonne und das Klima auszuhalten. Wir fuhren also vom Strand weg und warteten auf das Mittagessen. Das war dann auch okay, nur ich regte mich wieder über den PANIERTEN Fisch auf, aber schließlich gab es Bohnen und die waren sehr gut. Nach dem Mittagessen wurde ein wenig relaxt und danach durften wir indianisches Kanu fahren. Jeweils zu zweit setzten wir und also in ein Boot und ruderten bis unsere Arme wehtaten. Ich und die Italienerin, mit der ich im Kanu war, kamen wir ziemlich schnell voran. Es gab wieder Wassermelone und ich fühlte mich wie im Paradies. Sehr lecker! Es ging auf den See hinaus, wir durften noch baden wer wollte und wir lagen auf dem Boot, wo wir Armbänder machen durften. Wir lagen also da, relaxten und ich spielte Schach. Erst mit dem Däne, dann mit der Italienerin und zum Schluss noch mit dem Junge aus Hongkong. Gegen Ende war aber die Party auf unserem Boot schon im Gange, denn das andere Boot knockte an unseres an und die Leute kamen zu uns, denn es war gute Stimmung. Wir tanzen und es gab dann auch schon Abendessen. Danach legte ich mich auf die Matte neben Enrico und schaute ihm halb beim Handy spielen zu und schlief schon halb. Nachdem alle schon so rumhangen von dem anstrengenden Tag holten wir unsere Hängematten und schliefen. Unsere letzte Nacht auf dem Boot, denn morgen würden wir im Urwald schlafen.
21.05.16 Samstag
Heute Morgen wurden wir aufgeweckt und die eine Hälfte unserer Gruppe ging frühstücken. Als dann auch die zweite fertig war ging es los und wir fuhren los, auf die Suche nach Vögeln. In den kleinen Booten ging es über den Fluss und leider sahen wir nur wenige. Dafür aber gab es tolle noch höhere Bäume und solche wo man am liebsten hochklettern will. Zurück auf dem Boot erwartete ich Wassermelone aber es gab nur Äpfel und Birnen. Ohman hör ich mich undankbar an, jedenfalls machten wir dann nicht wirklich was und es war ziemlich entspannt. Bis zum Mittagessen spielten wir UNO und ich flechtete Sophia und Luisa die Haare. Mir war so heiß, also sprang ich ins Wasser, badete eine Runde und da fing es an zu regnen. Ich legte mich oben auf das Boot zu den anderen. Endlich gab es Mittagessen und ich freute mich so unglaublich, denn der Fisch war NICHT paniert und er war dazu noch abartig lecker, sodass ich mir nochmal nachholte. Zurück auf unserem Boot schien es als würden die meisten einen Mittagschlaf machen, und ich sitze hier und schreibe die fehlenden Teile vom Tagebuch und genieße die Wolken, die die Sonne verdecken und es so minimal kühler ist. Das Ende von der Reise rückte Näher und ich wusste in dem Moment noch nicht, wie schwer dieses Ende war. Aber immer nach der Reihe. Wir relaxten also noch eine Stunde und gingen dann los zu unserer Wanderung durch den Urwald mit einem älteren Mann, der schon sein ganzes Leben hier verbracht hat und uns viele Geschichten und Tricks zeigen konnte. Wir alle also mit hohen Socken, Wasser und viel Mückenspray ausgerüstet, saßen in dem kleinen Boot. Zum Einstieg wurden wir gleich beeindruckt, wie viele Funktionen ein Baum haben kann. Er dient als Farblieferant, Medizin (gegen Durchfall), als Nahrungsmittel usw. Weiter lernten wir noch andere Pflanzen kennen und die natürliche Methode sich vor Stechmücken zu schützen. Die hört sich eher wie eine Mutprobe an, denn man muss seine Hand an einen Ameisenstamm halten und die Ameisen auf seinen Arm lassen. Sie werden anfangen zu beißen und das muss man aushalten. Danach streift man sie ab und der Körper hat den „Geruch“ der Natur angenommen sodass man von den Mücken nicht mehr attackiert wird. Im Wald war es ziemlich heiß, alle schwitzten permanent und mir wurde etwas schwindelig. Nur noch eine Station und dann hatten wir es geschafft und ich konnte nur noch schlecht stehen und laufen. Am Boot angekommen sollte es eigentlich noch zu unserem „Dschungelexperte“ nachhause gehen, ich wurde aber zum Boot gebracht weil ich nicht mehr konnte. Dort setzte ich mich, trank viel Wasser und aß Wassermelone, weil ich ziemlichen Hunger hatte. Das war leider nur der Anfang vom Ende. Ich duschte und legte mich dann ein wenig hin, da ich mich immer schwächer fühlte. Es kamen Rückenschmerzen dazu und starke Kopfschmerzen. Vor dem Abendessen zeigte das Thermometer dann Fieber. Ich war nicht die einzige die heute nicht im Urwald schlafen würde sondern auf dem Boot bleiben musste. Ein Italiener und eine Italienerin waren schon nicht auf die Waldwanderung mitgekommen und gegen später kamen noch ein Junge aus Hongkong und Mädchen aus Thailand, Dänemark und Belgien dazu. Wir waren offiziell das Krankenboot. Ich lag also auf einer Matte auf dem Boden, frisch geduscht und mir war kalt. Um es kurz zu machen, ich hatte zum Abendessen zwei Scheiben Ananas, mehr als 2 Liter Wasser und die Nacht wurde nicht besser. Wir wurden regelmäßig geweckt um unsere Temperatur zu messen und Medizin zu nehmen. Da es ja noch schlimmer kommen konnte bekam ich dann auch noch Durchfall und mit Schwindel mehrere Male in der Nacht vom oberen Deck nach unten zu laufen war wackelig. Letztendlich kippte ich aber nicht um und schaffte es immer wieder auf die Matte zurück und rollte mich in die Decke ein.
22.05.16 Sonntag
Ich wachte mit einem besseren Gefühl auf und tatsächlich war mein Fieber um 2 Grad gesunken. Da mir noch immer schwindelig war und der Durchfall und die Rückenschmerzen nicht nachgelassen hatten, fiel es mir schwer meinen Koffer zu packen. Die Leute von der Übernachtung im Urwald kamen auch schon zurück und mir wurde geholfen mein Zeug zu packen, damit wir Kranken schon jetzt ins Krankenhaus gebracht werden konnten. Noch kurz ein Stück Wassermelone gegessen damit irgendwas in meinem Bauch war. Jetzt ging es also mit 2 Betreuern und wir zu fünft ins kleine Boot und ab Richtung Manaus, was mehr als eine Stunde entfernt war. Nach etwa 10 Minuten fing der tropische Regen an. Der Regen ist stark, so stark, dass das Boot anhalten musste und wir ein wenig Geduld brauchten. Leider hatte der Italiener immer noch hohes Fieber und ich und die Italienerin kaum Kraft um auch nur irgendwas zu machen. Das war glaub ich ein wirklich filmreicher Moment, Krankentransport vom Dschungel in die Stadt und dramatischer Weise muss das Wetter dann ja so stürmisch sein, dass man glaubt die Welt gehe unter. Das Boot hatte zum Glück an allen Seiten eine Plane, sodass wir nicht nass wurden, dadurch dass diese Planen aber immer wieder von dem Winde gegen das Boot geschlagen wurden, wurde die ganze Situation noch mehr zum Albtraum oder für alle die mal eine Filmsituation erleben wollen super. Nachdem der Regen schwächer wurde schanzte das kleine Boot über die Wellen des Flusses und ich schlief halb und versuchte zu vergessen, dass kein Klo in der Nähe war. Am Hotelhafen angekommen ging es dann mit einem Van zum Krankenhaus, das groß und modern war und auch dementsprechend gut funktionierte. Wir warteten nur kurze Zeit und kamen dann einzeln zu der Krankenschwester zum Temperatur und Blutdruck messen und danach zu der Ärztin, die wirklich Ahnung hatte. (War überrascht nach der Erfahrung hier in Minas Gerais) Letztendlich haben wir Blut abgenommen bekommen und wurden mit einer Nadel über einen Schlauch an eine Tüte mit einem Stoff verbunden, der dann direkt in unser Blut tropfte. Es dauerte eine Weile bis wir uns besser fühlten und da kam auch schon das Ergebnis vom Bluttest. Der Italiener, die Italienerin, der Chinese und ich hatten einen Virus. Die aus Thailand hatte Glück gehabt, dennoch ging es ihr immer noch schlecht. Wir bekamen ein starkes Medikament verschrieben und hofften nun, dass alles gut werden würde. Aber das war noch nicht das Ende vom Ende. Aber erstmal ging es in die Shoppingmal um etwas zu essen, denn wir alle hatten weder richtig gefrühstückt noch ein Mittagessen gehabt. Ich bestellte mir ein bisschen Reis mit gekochtem Gemüse und ich merkte aber wie mein Bauch immer noch wehtat. Es ging dann auf zum Hotelsteg, wo die Boote auch in dem Moment ankamen und alle zu den Bussen liefen, die uns jetzt schon zum Flughafen bringen würden. Es war schon 8 Uhr abends und eigentlich war ich schon ziemlich fertig nach der letzten Nacht und dem anstrengenden Tag. Um 10 sagte man uns dann wann wir uns zum Check-in treffen würden und da mein Flug morgen früh um 5 war konnte ich mich auf eine ungemütliche Nacht am Flughafen freuen. Die meisten gingen dann um 11 schon und ich legte mich danach schlafen. Wir durften unsere Hängematte, auf der wir im Boot geschlafen hatten behalten, bedeutet ich hatte gleich was zum drauflegen.
23.05.16
Das Ende rückte näher, als ich um 3 Uhr morgens geweckt wurde um den Check-in zu machen mit den anderen die den gleichen Flug hatten. Für uns ging es erstmal nach Brasilia und dann für jeden einzelnen weiter. Den ersten Flug mit schlafen gut überstanden durfte ich in Brasilia mich erstmal ärgern weil ich nichts zu essen fand und ziemlichen Hunger hatte, denn ich hatte kein Frühstück gehabt und gestern ja auch so gut wie nichts gegessen. Ich wartete also und wartete, dass mein Flug endlich kommen würde und ich bald in Bicas essen und duschen könnte. Aber wer hätte es gedacht, mein Flug hatte eine Stunde Verspätung, was bedeutete, dass ich auch meinen Bus in Belo Horizonte vergessen konnte. Ich durfte also dort nochmal knapp 2 Stunden warten und kam dann aber mit dem Bus gut in Betim an. Da mein Gastvater mich aber nicht abholte musste ich noch mit dem Ubertaxi nach Bicas und als auch das geschafft war und ich endlich vor dem Haus stand war ich einfach nur froh, dass diese lange anstrengende Rückreise vorbei war.
Nachdem man jetzt den Samstag und den Sonntag und auch noch den Montag gelesen hat hört sich das ganze schon hart an und das war es auch, aber ich sehe es als Erfahrung, ich lerne hier verdammt viel Geduld zu haben und es ist auch anstrengend. Aber die Reise hat sich sowas von gelohnt. Ich hab so unglaublich viel gesehen, erlebt und gelernt über das Leben dort, die Natur und auch über mich selbst. Außerdem hat es gutgetan mit den anderen Austauschschülern über das Jahr zu reden, denn auch sie haben manchmal ähnliche Probleme und so kann man sich auch gegenseitig helfen. Zum Abschluss meines Auslandsjahres war das nochmal ein Höhepunkt, auch wenn die letzten Tage ein drastisches Tief dazu waren beziehungsweis noch werden, denn das Haus wird endlich weiter renoviert. Bedeutet die Küche kommt nochmal raus und es wird keinen Herd mehr zum Kochen geben. Mein Gastschwester geht verreisen, meine Gastmutter ist immer noch nicht zuhause und ich bin mal gespannt wie das noch läuft. Am Ende wird aber hoffentlich alles gut.